Einrichtungsideen

March März 25, 2021

Zwischen schickem Design und Gemütlichkeit: 8 Prinzipien der skandinavischen Inneneinrichtung

7 min. lesen zum Thema:

Skandinavische Inneneinrichtung spiegelt die Kultur und das Klima des Nordens wider, eine Region, in der die Winter lang und rau und gemütliche, praktische Wohnräume unabdingbar sind. Das skandinavische Design entstand im frühen 20. Jahrhundert in Schweden, Dänemark, Norwegen, Island und Finnland. Aufbauend auf der ebenfalls minimalistischen, funktionalen Bauhaus-Bewegung und mit wachsender Beliebtheit des schwedischen Möbelhauses IKEA wurde skandinavisches Design auch in Deutschland immer beliebter.

Handwerkskunst, Minimalismus, Funktionalität, Ästhetik und Komfort rückten ins Scheinwerferlicht, was sich in den Arbeiten von skandinavischen Möbeldesign-Ikonen wie Alvar Aalto, Arne Jacobson, Eero Saarinen und Hans Wegner zeigte. Wenn auch du dir einen Hauch Skandinavien und somit eine klare und natürliche Inneneinrichtung nach Hause holen möchtest, dann befolge am besten diese acht Prinzipien des skandinavischen Design-Stils.

1. Minimalismus – Die Kunst des „Lagom“

Traditionsgemäß sind viele skandinavische Wohnräume klein, was keinen Raum für Unordnung lässt. Und obwohl Häuser und Wohnungen größer geworden sind, ist Minimalismus eine der prägenden Eigenschaften skandinavischer Inneneinrichtung geblieben. Während der langen Wintermonate, die zum größten Teil drinnen verbracht werden, ermöglichen offene Räume genug Platz zum Durchatmen und gemütlichen Beisammensein. Klare Linien und neutrale Farben verleihen zudem eine ruhige Atmosphäre.

Der erste Schritt ist es, Unordnung zu beseitigen. Hier kommt das schwedische „Lagom“-Prinzip ins Spiel. Übersetzt bedeutet es so viel wie „genau die richtige Menge“ und es handelt sich hierbei um ein Konzept rund um Harmonie und Zurückhaltung. Bei „Lagom“ geht es darum, die goldene Mitte zwischen zu vielen und zu wenigen Besitztümern zu finden und genau so viel zu behalten, wie man tatsächlich zum Leben und Glücklichsein braucht. Obwohl es auf alle Aspekte des Lebens angewandt werden kann, könnte man „Lagom“ in der Inneneinrichtung mit der vorsichtigen und spärlichen Verwendung von Farben oder Kontrasten und einem Gleichgewicht aus Stil und Funktionalität gleichsetzen.

2. Die Farben der Natur

Als Gegengewicht zu den langen, dunklen Tagen des Winters ist skandinavische Einrichtung typischerweise weiß und hell. Wenn Farben verwendet werden, dann sind es häufig neutrale oder weiche Töne, die von der Natur inspiriert sind: grau, rosa, hellbraun, marineblau und salbeigrün. So entsteht ein harmonisches Zusammenspiel, das perfekt zu den Prinzipien des Minimalismus passt.

Eine neutrale Farbpalette hellt nicht nur den Raum auf und macht das meiste aus dem vorhandenen Tageslicht, sondern passt auch gut zu Naturholzmöbeln. Der klare Look neutraler Farben bringt so Eleganz in die Schlaf- oder Wohnzimmereinrichtung. Um das Ganze etwas interessanter zu gestalten, kannst du dein weißes oder beiges Farbschema mit Möbeln in kräftigen Farben oder bunten Teppichen, auffälligen Mustern und farbenfrohen Kunstdrucken aufmischen.

3. Mit Kontrasten spielen

Obwohl skandinavische Designer ein Herz für Minimalismus und neutrale Farben haben, gefällt es ihnen auch, mit Kontrasten zu spielen. Wenn du die Grundelemente deiner Einrichtung anhand der ersten zwei Schritte zusammengetragen hast, bist du nun an einem Schritt angelangt, an dem du dich etwas mehr trauen kannst. Und das gilt nicht nur für die Farben, sondern auch für andere Einrichtungselemente.

Mische helle und dunkle neutrale Töne, indem du dich für einen schwarz-weißen Fliesenboden entscheidest. Wähle moderne Möbelstücke und kombiniere sie mit klassischen Möbeln aus der Mid-Century Modern Ära. Stelle eine sattgrüne Pflanze vor einen Kunstdruck mit kräftigen, geraden Strichzügen oder platziere einen utilitaristischen Tisch neben eine flauschige Samtcouch. Auch mit gemusterten Holzböden oder Wandverkleidungen kannst du Kontrast in deine Einrichtung bringen. Du kannst dich ebenfalls an geometrischen oder floralen Drucken auf Teppichen, Vorhängen und Decken versuchen, denn Farb-, Struktur- oder Stimmungskontraste können einen Raum komplett verwandeln.

4. Und es werde Licht

Tageslicht ist in den nördlichen Ländern für die meiste Zeit des Jahres Mangelware. Daher lautet ein wichtiges Grundprinzip der skandinavischen Inneneinrichtung: Mehr Licht schaffen. Eine neutrale Farbpalette lässt einen Raum gleich heller wirken und weiße Wände reflektieren das Tageslicht ins ganze Zimmer.

Reduziere alles, was die Fenster verdeckt, auf ein Minimum und entscheide dich im Zweifelsfall für durchscheinende, transparente Stoffe in weiß oder anderen blassen Tönen. Füge dann noch viel künstliche Beleuchtung hinzu. Mit einer auffälligen Hängelampe erhellst du den ganzen Raum, vereinzelte Tisch- und Stehlampen bringen extra Helligkeit dorthin, wo sie zum Beispiel zum Lesen oder Arbeiten dringend benötigt wird. Mit warmem Kerzenlicht schaffst du schlussendlich ein angenehmes Ambiente für gemütliche Abende zu Hause.

5. Entscheide dich für Qualität und Nachhaltigkeit

Die skandinavische Handwerkskunst wird schon lange für ihre perfekte Kombination aus Stil und Funktionalität bewundert. Und in unseren umweltbewussten Zeiten ist diese Handwerkskunst wichtiger denn je. Wenn du in hochwertige Möbelstücke investierst, die sowohl schön als auch praktisch sind, ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass sie dir auch in vielen Jahren noch gefallen werden.

Selbst die unaufregendsten und praktischsten Gegenstände, so wie Tische, Bücher- und Schuhregale, können zu dekorativen Stücken werden und ihr Geld wert sein, wenn sie auf qualitätvolle Weise aus nachhaltigen Materialien hergestellt wurden. So passen sie auch perfekt in dein skandinavisch eingerichtetes Wohn-, Ess- oder Schlafzimmer. Und wenn du wirklich das meiste aus deinem Möbelstück herausholen möchtest, kannst du dich auch für Möbelstücke mit doppelter Funktion entscheiden, so wie einen Kaffeetisch, der gleichzeitig eine Aufbewahrungstruhe ist.

6. Natürlichkeit gewinnt

Die Verwendung organischer und natürlicher Materialien unterstreicht nochmals diese Qualität und Nachhaltigkeit, die das skandinavische Innendesign ausmacht. Daher stehen vor allem helles, unbehandeltes und unlackiertes Holz, so wie Buche, Esche und Kiefer, für Möbel, Bodenbeläge und Wände auf der Tagesordnung. Mit ungewöhnlichem Spielzeug oder Gegenständen aus Holz setzt du verspielte Akzente und holst dir noch mehr vom hellen Holz in Haus. Auch Naturstein ist für Bodenbeläge nicht zu verachten und sogar geschliffener Beton kann für einen natürlichen Look sorgen, wenn er für Küchenböden oder Arbeitsplatten verwendet wird.

Zum skandinavischen Stil passen am besten Möbel mit klaren, geraden Linien oder sanften Kurven und sauberen, spitz zulaufenden Füßen. Um den natürlichen Look beizubehalten, kannst du der Glätte und Farbe des Holzes mit der Haptik und den kräftigen Farben von Heimtextilien aus Wolle, Schaffell und Leder entgegenwirken.

7. Draußen nach drinnen holen

Die Natur kann in Skandinavien ganz schön rau sein und zugängliche Naturressourcen sind rar. Das löst in den Menschen Respekt und eine echte Wertschätzung für die Natur aus. Sobald das Wetter es erlaubt, verbringen Skandinavierinnen und Skandinavier ihre Zeit an der frischen Luft. Wenn dies nicht möglich ist, holen sie die Außenwelt einfach nach drinnen, was zu unserem siebten Prinzip der skandinavischen Inneneinrichtung führt.

Wir haben über die Verwendung natürlicher Materialien und einer natürlichen Farbpalette gesprochen. All dem kannst du nun sorgfältig platzierte Zimmerpflanzen, Holzskulpturen, Makramee-Kunst und von der Natur inspirierte Dekostücke hinzufügen. Auch gerahmte Kunst kann zur Atmosphäre beitragen. Mitten im kalten Winter erinnert dich eine grafische Illustration vom Meer so daran, dass der Sommer immer nur ein paar Monate entfernt ist

8. Die Gemütlichkeit von „Hygge“

Minimalistische, neutrale Farben, viel Holz und natürliche Materialien. Ist das nicht alles etwas kühl für das nordische Klima? Überhaupt nicht. Vor allem, wenn ein Hauch skandinavisches „Hygge“ hinzugefügt wird. Es ist gar nicht so leicht, zu definieren, was Hygge eigentlich ist, aber meistens wird es mit Gemütlichkeit, Behagen und Komfort umschrieben.

Um dir selbst Hygge ins Haus zu holen, kannst du Gegenstände verwenden, die ein warmes Gefühl auslösen: Duftkerzen, getrocknete Zweige mit roten Beeren in Vasen und weiche Decken, in die du dich mit einem dicken Pullover hineinkuscheln kannst. Schaffe dir eine kleine Ecke, in die du dich mit einem Buch und einer Tasse Tee oder Kaffee zurückziehen kannst. Oder wenn dein Zimmer einen Kamin hat, kannst du auch den zum Mittelpunkt deines Hygges machen. Befeuere ihn mit wunderbar duftenden Holzscheiten und verwende ihn im Sommer, um ihn mit Blumen und Kerzen zu dekorieren. Runde das Ganze mit einem Korb voller Decken und Bücher neben dem Kamin ab, an dem Gäste sich frei bedienen können.

Indem du diese acht Prinzipien befolgst, schaffst du dir eine skandinavische Inneneinrichtung voller Gemütlichkeit, in der jeder Gegenstand seinen Zweck erfüllt und ein Design hat, das dir Freude bringt. Entspann dich in deiner ganz eigenen Oase, deinem Rückzugsort von der Welt, an dem du dank deiner durchdachten Einrichtung so richtig Kraft tanken kannst.